EEG & Vergütung
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In den vergangenen Tagen ist durch diverse Pressemeldungen massive Unruhe bei den Betreibern von Photovoltaikanlagen entstanden, die ihre Anlagen als Eigenverbrauchs- oder Überschusseinspeiseanlagen betreiben. Ursächlich hierfür sind die Regelungen des erneuerbaren Energien Gesetz EEG 2017 und dort speziell die Paragraphen 71/74a (Mitteilungspflichten) und 61a-e (EEG Umlage).

Im Folgenden der Versuch, die Regelungen kurz und anschaulich darzustellen mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass einige spezielle Fälle welche durch den Gesetzestext geregelt sind hier NICHT erwähnt werden.

1. Welche PV Anlagen sind EEG umlagepflichtig und in welchem Umfang.
EEG Umlagepflichtig nach §61 EEG sind alle Anlagen mit Inbetriebnahmedatum ab 2014 als Eigenverbrauchsanlage /Überschusseinspeisung (Anlagenbetreiber und Stromverbraucher juristisch die gleiche Person) mit folgenden Ausnahmen EEG Umlage
Anlagen Inbetriebnahme vor 2014 (§61c)
(ohne das die Anlage bis zum 31.12.2017  um mehr als 30% erweitert wurde)
befreit
Anlagen Inbetriebnahme ab 2014 bis zu 10 kWp und max. 10.000 kWh Eigenverbrauch (§61a) befreit
Inselanlagen ohne unmittelbaren oder mittelbaren Anschluss an ein Stromnetz (§61a) befreit
Anlagen größer als 10 kWp (§61b) 40% der EEG Umlage
Anlagen Inbetriebnahme vor 2014 und Erneuerung oder Ersetzung ohne Erweiterung nach dem 31. Dezember 2017 (§61e) 20% der EEG Umlage
 
2. Welche PV Anlagen sind meldepflichtig.
Inbetriebnahme ab dem 01.01.2014 als Eigenverbrauchsanlage/Überschusseinspeisung (Anlagenbetreiber und Stromverbraucher juristisch die gleiche Person) bis zu 7kWp größer 7 kWp und
bis zu 10 kWp
größer als 10 kWp
2.1 Meldepflicht beim Netzbetreiber §74a
Anlagenanschrift, Anlagenbetreiber, Anlagengröße in kWp, Angabe ob und ab wann (normalerweise Inbetriebnahmedatum) EEG Umlage oder deren Befreiung oder Verminderung vorliegt (siehe Tabelle unter Punkt 1.)
- Netzbetreiber SyNa - Formular hier klicken  
- Netzbetreiber EVM - formlos 
- Netzbetreiber Westnetz - formlos
nein einmalig einmalig
2.2 Meldepflicht beim Netzbetreiber §71
jährliche, eigenverbrauchte Strommenge (Zählerstand des Zweirichtungszählers und des PV Zählers)
- Netzbetreiber SyNa - Formular hier klicken  
- Netzbetreiber EVM - formlos
- Netzbetreiber Westnetz - formlos
nein nein jährlich bis 28.02
2.3 Meldepflicht bei der Bundesnetzagentur
jährliche, eigenverbrauchte Strommenge (Zählerstand des Zweirichtungszählers und des PV Zählers) Hierfür hat die BNA ein spezielles Formular veröffentlicht, mit der diese Meldung Online durchgeführt werden kann.
nein nein jährlich bis 28.02

Auf Nachfrage erhielten wir von den drei in unserem Tätigkeitsgebiet zuständigen Netzbetreibern sinngemäß folgende Aussagen zur praktischen Übermittlung der Daten:

1. Westnetz (ehemals RWE) Frau Hermann Tel. 0800/93786389
"Kunden, die für das Vorjahr bereits eine Einspeiseabrechnung erhalten haben brauchen keine separate Meldung nach §71 und §74a abzugeben, da alle relevanten Daten bereits vorhanden sind. Die statischen Daten laut §74a sind, falls die Inbetriebnahmeformulare vollständig und richtig ausgefüllt wurden, vollständig vorhanden. Die Abfrage der Zählerstände (§71) erfolgt im Regelfall am Ende eines Jahres automatisch."
2. EVM (ehemals Kevag) Frau Kast Tel. 0261/299971982
"Kunden, die für das Vorjahr bereits eine Einspeiseabrechnung erhalten haben brauchen keine separate Meldung nach §71 und §74a abzugeben, da alle relevanten Daten bereits vorhanden sind. Die statischen Daten laut §74a sind, falls die Inbetriebnahmeformulare vollständig und richtig ausgefüllt wurden, vollständig vorhanden. Die Abfrage der Zählerstände (§71) erfolgt im Regelfall am Ende eines Jahres automatisch für Kunden die die Abrechnungsmethode "Monatspauschale und Abrechnung am Jahresende" gewählt haben. Kunden, die eine eigene Rechnungsstellung durchführen, haben diese bis spätestens dem 28. Februar für das Vorjahr abzugeben."
3. SyNa (ehemals SüWag) Herr Güner 069/80880022
"Kunden, die für das Vorjahr bereits eine Einspeiseabrechnung erhalten haben brauchen keine separate Meldung nach §71 und §74a abzugeben, da alle relevanten Daten bereits vorhanden sind. Die statischen Daten laut §74a sind, falls die Inbetriebnahmeformulare vollständig und richtig ausgefüllt wurden, vollständig vorhanden unter der Vorraussetzung, dass zusätzlich die Bestätigung der Meldung der PV Anlage bei der Bundesnetzagentur eingereicht wurde. Die Abfrage der Zählerstände (§71) erfolgt im Regelfall am Ende eines Jahres automatisch."

Bei weiteren Fragen können sie sich gerne bei Ihrem Netzbetreiber informieren.

Alle Ausführungen und Angaben ohne Gewähr...