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23.06.2010 | Erneuerbare Energien

Ministerpräsident Kurt Beck und Umweltministerin Margit Conrad

Rheinland-Pfalz hat das Potenzial, mit Sonnenstrom vom Dach über 20 Prozent  seines Stromverbrauchs zu decken. Ministerpräsident Kurt Beck und Umweltministerin Margit Conrad stellten heute die „Solarinitiative Rheinland-Pfalz 2015“ vor.  Ein Baustein heißt: 100.000 Dächer für Sonnenstrom in 2015. „Wir brauchen zusätzliche Impulse, um den Ausbau der Solarenergienutzung fortzuführen und die erzielten Erfolge nicht zu gefährden“, sagten Beck und Conrad, und kritisierten erneut die von der Bundesregierung geplante Absenkung der Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen und den Wegfall der Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm für Solarthermieanlagen.

„Solarenergie ist ein Baustein für Klimaschutz und für die Unabhängigkeit von Energieimporten. Solare Energie hat eine hohe Akzeptanz und steht für den wirtschaftlichen Erfolg einer innovativen Branche, für Technologieentwicklung, Exportchancen und Tausende von Arbeitsplätzen. Rheinland-Pfalz setzt sich für die Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte ein“, so Beck und Conrad. „Wir brauchen eine verlässliche, kostendeckende und degressive Förderung für die solare Stromerzeugung, damit Deutschland Technologieführer in der Solartechnik bleibt.“

Handwerker installieren Solarmodule auf einem HausdachRheinland-Pfalz setzte sich im Bundesrat maßgeblich gegen die Pläne der Bundesregierung für eine zu hohe und zu schnelle Absenkung dieser Förderung ein. Der Bundestag hatte zuvor gegen die Stimmen der Opposition der zusätzlichen Absenkung der Förderung von Solaranlagen auf Dächern um weitere 16 Prozent und auf Freiflächen um 15 Prozent zugestimmt. Bei Solaranlagen auf Ackerflächen soll es ab Juli keine Förderung mehr geben. Auf Initiative des Landes tagte in der vergangenen Woche der Vermittlungsausschuss des Bundesrates und setzte eine Arbeitsgruppe ein. „Wir erhoffen uns eine dauerhafte und tragfähige Lösung für eine künftige Solarförderung, die der Solarbranche mit ihren Arbeitsplätzen Entwicklungschancen erhält“, so Beck und Conrad.

 „Solarinitiative Rheinland-Pfalz 2015“ setzt Impulse im Land:

1. Solaranlagen auf 100.000 Dächern

Mit der Solarinitiative sollen öffentliche, private und gewerbliche Dachflächen für die Solarenergienutzung aktiviert werden.

Zur Unterstützung für die Bauherren werden neue Fördermöglichkeiten aus dem 10-Millionen-Förderprogramm des Umweltministeriums für hochenergieeffiziente Gebäude geschaffen. Ab 1. Juli 2010 können Hausbesitzer einen Zuschuss von 1.500 Euro für eine energetische Dachsanierung im Zusammenhang mit der Installation einer Photovoltaikanlage beantragen. Die Fördersumme unterstützt jene, die geeignete Dachflächen besitzen, vor der Installation einer Solaranlage aber zunächst das Dach energetisch sanieren wollen, um so Energie zu sparen. Die Qualität der Gebäudehülle und die Nutzung erneuerbarer Energien gehören zusammen, die Erträge der Photovoltaikanlagen helfen bei der Refinanzierung der Dachsanierung.
Die Solarinitiative knüpft die Initiative an Aktivitäten der Kampagne des Umweltministeriums „Unser Ener macht mit - Unsere beste Energie ist gesparte Energie“ an. So entsteht auf der Internetseite www.unserEner.de eine Dachflächenbörse, die Hausbesitzer und investitionswillige Anlagenbetreiber zusammenbringt.


2.    Energiegenossenschaften und Bürgerkraftwerke

Die Solarinitiative mobilisiert Verbraucherinnen und Verbraucher für klimafreundliche Energieerzeugung. In Energiegenossenschaften gestalten Bürgerinnen und Bürger die Energiezukunft ihrer Region mit. Sie investieren gemeinsam in erneuerbare Energie und zeigen, wie Solaranlagen gemeinschaftlich projektiert, installiert und betrieben werden. Von den Erträgen dieser Bürgerkraftwerke profitieren die Bürgerinnen und Bürger; gleichzeitig leisten sie einen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien in ihrer Region.

Mit dem bundesweit einmaligen Pilotprojekt „Projektentwickler/innen für Energiegenossenschaften“ schaffen wir Kompetenzen zur Errichtung von Bürgersolaranlagen und Gründung von Energiegenossenschaften und fördern damit bürgerschaftliches Engagement.

Die zurzeit laufenden Kurse zur Qualifizierung von Fachleuten im gemeinsamen Projekt mit der Landeszentrale für Umweltaufklärung, dem Wirtschaftsministerium, den Kirchen, genossenschaftlichen Organisationen und der Leitstelle Bürgergesellschaft und Ehrenamt der Staatskanzlei sind sehr gut nachgefragt.

3.    Forschung und Entwicklung für sichere Energieversorgung mit erneuerbaren Energien

Forschungsförderung ist ein weiterer wichtiger Baustein der Solarinitiative: An den rheinland-pfälzischen Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen wird im Bereich der Solarenergienutzung und der Integration erneuerbarer Energien in ein sicheres Stromversorgungsnetz mit Unterstützung des Landes intensiv geforscht und entwickelt. So arbeitet beispielsweise das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik in Kaiserslautern mit in zwei Projekten an intelligenten Stromnetzen und  Energiespeicherung. Gefördert werden diese beiden Projekte mit rund 1,6 Mio. Euro aus Landeshaushalt, Konjunkturpaket II und EU-Mitteln.

4.    Partner und Multiplikatoren gewinnen

Die „Solarinitiative Rheinland-Pfalz 2015“ baut Bestehendes aus, nutzt Netzwerke und bezieht Partner ein. Die Kommunen sind Vorbilder mit ihren Energiekonzepten. Das Partnernetzwerk der Energieeinsparkampagne, in dem sich z.B. Hochschulen, Verbände und Kammern engagieren, wird ebenso beteiligt wie das Kompetenzzentrum Solararchitektur der Architektenkammer Rheinland-Pfalz.

Auch die Nutzung von Dachflächen von Sportvereinsgebäuden wird in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund gestärkt. Unter Berücksichtigung datenschutzrechtlicher Belange werden Kommunen bei der Erstellung lokaler und regionaler Solarkataster zur Identifizierung von geeigneten Dachflächen unterstützt. Auch Gebäude der Kirchen sollen stärker genutzt werden, zur Einbeziehung der Interessen des Denkmalschutzes ist ein runder Tisch geplant.

Die stark nachgefragten Informations- und Beratungsangebote der Kampagne „Unser Ener“ sind Teil des Konzeptes. So gibt es eine kostenlose Energieerstberatung und eine Spezialberatung zu Photovoltaikanlagen bei der Verbraucherzentrale sowie Veranstaltungen, Vorträge für Hauseigentümer und Beratungsangebote der EOR.

Demnächst erscheint neu eine Broschüre mit Informationen für alle, die zukünftig ihr Dach für Solarenergie nutzen wollen.

Rheinland-Pfalz nutzt Sonnenenergie überdurchschnittlich

Wohnhaus mit einer Solaranlage auf dem Dach

Rheinland-Pfalz nutzt Solarenergie bereits heute überdurchschnittlich stark und belegt bundesweit bei der Solarwärmeerzeugung pro Dachfläche nach Bayern und Baden-Württemberg einen hervorragenden 3. Platz. Bei der Photovoltaik liegt Rheinland-Pfalz - bezogen auf die installierte Leistung pro Einwohner - ebenfalls auf Platz 3.

Beck und Conrad: „Die Nutzung der Sonnenenergie zur Strom- und Wärmeversorgung ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung. Es ist unser Ziel, in Rheinland-Pfalz den Regenerativanteil am Strombedarf bis zum Jahr 2020 auf mindestens 30 Prozent zu steigern.

Die installierte Leistung von Photovoltaikmodulen ist kontinuierlich gewachsen. 2009 wurden in Rheinland-Pfalz 167 MWpeak neu installiert und im Januar 2010 bereits ca. 26,6 MW, davon mehr als 7 MW als große Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Heute sind im Land Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von 542 MWpeak in Betrieb (Bundesnetzagentur, eigene Daten Mai 2010). In Rheinland-Pfalz sind schon jetzt eine große Zahl von Sonnendächern installiert – Ergebnis auch der Landesförderung für Energiegewinnhäuser mit Photovoltaikanlagen und Sanierungen bei denen ein Mindestanteil an Erneuerbarer Energie von 10 Prozent erforderlich ist.

 

Quelle: mufv.rlp