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INFORMATIONEN ZUR FÖRDERUNG VON SOLARSTROM-SPEICHERN
Informationspapier des BSW-Solar, Stand: 5.02.2013

  • 2013 startet voraussichtlich Marktanreizprogramm für Batteriespeicher
  • Gefördert werden sollen Speicher von Solarstrom-Anlagen, die ab dem 1. Januar 2013 installiert wurden
  • Pro Kilowattpeak Solaranlagen-Leistung beträgt der Zuschuss bis zu 660 Euro
  • Mit Speichern lässt sich Eigenverbrauch des Sonnenstroms mehr als verdoppeln

Betreiber von Solarstrom-Anlagen können durch den Einsatz von Speichern den Anteil ihres selbst genutzten Stroms deutlich erhöhen. Nach Plänen des Bundesumweltministeriums wird der Staat noch in diesem Frühjahr ein Förderprogramm auflegen, das die Anschaffung von Batteriespeichern bezuschusst. Wie das funktionieren soll, erfahren Sie hier.

Wer sich für die Solarstrom-Anlage auf dem eigenen Dach einen Batteriespeicher anschaffen möchte, erhält eine Unterstützung vom Staat. Pro Kilowattpeak Leistung der Photovoltaik-Anlage soll die Förderung bis zu 660 Euro betragen. Wie hoch die Leistung vom Staat zur Anschaffung des Speichers genau ausfällt, soll von den Kosten des gewählten Batteriesystems und von der Größe der Solarstrom-Anlage abhängen. Die Förderung können Betreiber von solchen Solarstrom-Anlagen beantragen, die ab Januar 2013 installiert wurden und eine maximale Leistung von 30 Kilowatt haben. Zur Einordung: Auf Ein- und Zweifamilienhäusern werden üblicherweise Anlagen mit einer Spitzenleistung von bis zu zehn Kilowatt angebracht.

Eigenverbrauch maximieren

Durch Speicher können Betreiber von Solarstrom-Anlagen den Anteil des selbst verbrauchten, eigenerzeugten Solarstroms mehr als verdoppeln. Das lohnt sich für immer mehr Menschen, speicher 1denn der Sonnenstrom vom eigenen Dach ist bereits heute deutlich günstiger als der Strom
vom Energieversorger. In einem Einfamilienhaus mit einer Photovoltaik-Anlage können Verbraucher in Kombination mit einem geförderten Batteriespeicher ihren Strombezug um bis zu 60 Prozent reduzieren, rechnet das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) vor. Dadurch machen sich Erzeuger von
Sonnenstrom unabhängiger von steigenden Strompreisen und können sicher sein, dass sie überwiegend umweltfreundlichen Strom verbrauchen. Gespeicherter Strom kann selbst genutzt oder
später in das Stromnetz eingespeist werden. Dann wird er nach den für die Photovoltaik-Anlage geltenden Fördersätzen vergütet.

Speicher nutzen den Netzen und vermeiden neue Leitungen

Strom, der vor Ort erzeugt und vor Ort verbraucht wird, muss nicht durch die öffentlichen Stromnetze transportiert werden. Die dezentralen Solarbatterien speichern den erzeugten Solarstrom während des Tages zwischen, geben ihn zeitversetzt wieder ab und glätten so die
Einspeisespitzen, ohne dass wertvoller Solarstrom verloren geht. Um diesen Vorteil zu nutzen, müssen Solarstrom-Anlagen, die mit staatlich geförderten Speichern kombiniert werden, nach
dem Willen des Fördergebers ihre Leistung für die gesamte Vergütungsdauer der Anlage auf
60 Prozent der Wechselrichterleistung reduzieren. Ziel dieser Regelung ist es, dass die Anlagen-
speicher 2Betreiber dazu beitragen, dass die Einspeisung des Sonnenstroms sich gleichmäßiger auf die Netze verteilt und Produktionsspitzen vermieden werden. Die Netze müssen nicht mehr auf die maximale Einspeisung der Solarstrom-Anlagen ausgelegt werden. Das spart Leitungskapazitäten und verringert den Bedarf an Netzausbau. Vielmehr erhöhen  Batteriespeicher die Aufnahmefähigkeit bestehender Stromnetze sogar um bis zu zwei Drittel.
Batteriespeicher tragen außerdem dazu bei, eine gleichmäßige Spannung und Frequenz der Stromnetze zu halten und übernehmen damit wichtige Aufgaben für das Netzmanagement.

Strompreise stabilisieren und Ökostrom-Umlage entlasten

Photovoltaik-Batteriespeicher lohnen sich für die Betreiber der Solarstrom-Anlagen, weil sie einen größeren Anteil des erzeugten Stroms selbst verbrauchen können. Abhängig von der Größe der Photovoltaik-Anlage lässt sich der eigenverbrauchte Solarstrom auf über 60 Prozent steigern. Davon profitiert auch die EEGUmlage. So wird jede direkt verbrauchte Kilowattstunde Solarstrom nicht vergütet. Bei im Frühjahr 2013 installierten kleineren Photovoltaik-Anlagen immerhin zwischen 16 und 17 Cent pro Kilowattstunde. Zwar zahlt der Betreiber der Photovoltaik-Anlage für den selbst verbrauchten Solarstrom nicht die EEG-Umlage in Höhe von aktuell 5,27 Cent. Unterm Strich wird das EEG-Konto durch die vermiedene Vergütung aber deutlich entlastet.

Auch die Kappung der Einspeisespitze von Solarstrom wirkt sich positiv bei der EEG– Umlageberechnung aus. Bislang wird Solarstrom in dem Augenblick verkauft, in dem er erzeugt wird. Dies führt aufgrund des hohen Angebots zu niedrigen Börsenpreisen, wodurch die Differenzkosten zur Einspeisevergütung zunehmen und die Umlage steigt. Die Batteriespeicher entkoppeln nun die Stromerzeugung vom Stromverkauf, so dass Solarstrom zu Zeitpunkten vermarktet wird, wenn gute Erträge erzielt werden können. Die Vermarktungserlöse des Solarstroms steigen. Im gleichen Umfang sinkt die Förderung der Erneuerbaren Energien, die über die EEG-Umlage die weitüberwiegende Mehrzahl der Stromkunden zahlt.

Berechnung der geplanten Förderung

Gefördert werden soll der Kauf des Batteriespeichers mit dem „Marktanreizprogramm für dezentrale Stromspeicher für Photovoltaik-Strom“. Danach soll die staatliche KfW-Bankengruppe einen zinsgünstigen Kredit über die gesamte Anschaffungssumme gewähren. Der Staat beabsichtigt den Kauf eines Speichers zudem mit einem attraktiven Tilgungszuschuss zu fördern.

Die geplante Förderhöhe hängt von der Größe der Photovoltaik-Anlage und den Anschaffungskosten des Speichersystems ab. 30 Prozent der anzurechnenden Kosten bezuschusst der Staat. Dabei soll unterschieden werden, ob der Speicher gleichzeitig mit einer Solaranlage installiert wird, oder ob er zu einer bestehenden Anlage nachgerüstet wird. Der maximale Fördersatz soll im ersten Fall bei 600 Euro pro Kilowatt Solaranlagen-Leistung liegen, im zweiten Fall bei 660 Euro, da ein höherer Aufwand für den nachträglichen Einbau der Steuerungstechnik unterstellt wird. Der Fördersatz errechnet sich als 30-prozentige Förderquote auf die maximal förderfähigen Kosten von 2.000 Euro (bei kombinierter Installation) bzw. 2.200 Euro (bei Speicher-Nachrüstung) je Kilowatt Anlagenleistung. Die Nachrüstung eines Speichers soll nach dem Willen des Bundesumweltministeriums nur dann bezuschusst werden, wenn die Photovoltaik-Anlage mindestens sechs Monate vor dem Speicher in Betrieb genommen wurde, frühestens aber am 1.1.2013.

Die Höhe des Zuschusses soll sich wie folgt berechnen:

I. Ermittlung der Kosten des Speichers: Als Basis der Zuschussberechnung werden die Kosten des Speichers ermittelt. Dafür wird die Differenz aus den Kosten der Gesamtinvestition und den Kosten für die Photovoltaik-Anlage gebildet. Dieser Wert muss nicht dem tatsächlichen Anschaffungspreis der Photovoltaik-Anlage entsprechen. Die KfW gibt einen kalkulatorischen Wert der Anlage pro Kilowatt-Peak Anlagenleistung vor und aktualisiert ihn regelmäßig. Wird der Speicher im oben genannten Sinne nachgerüstet, reicht als Nachweis die Einzelrechnung über den Speicher aus.

II. Ermittlung des Fördersatzes: Der Quotient aus den Kosten des Speichersystems und der Nennleistung der Photovoltaik-Anlage (kWp) wird mit 0,3 multipliziert. Das Ergebnis ist der Zuschuss pro Kilowatt-Peak der PV-Anlage, maximal jedoch 600 Euro bei Installation eines Gesamtsystems bzw. 660 Euro bei Speicher-Nachrüstung.

III. Die Gesamtförderung ergibt sich schließlich aus der Multiplikation der Nennleistung der Photovoltaik-Anlage (kWp) mit dem unter II. ermittelten Fördersatz (Euro je kWp)


speicher 3Diese Grafik zeigt beispielhaft für eine 5 kWp-PV-Anlage, welcher Zuschuss in Abhängigkeit von den Kosten des Speichersystems ausgezahlt wird. Die maximale Fördersumme beträgt bei
einer PV-Anlage dieser Größe 3.000 Euro.
























Rechenbeispiele

Beispiel A:
Kombinierte Installation einer 5 kWp-Photovoltaik-Anlage und eines Lithium-Batteriesystems mit 3,3 kWh nutzbarer Kapazität

I. Kosten der Gesamtinstallation: 19.500 Euro.
Unterstellte – beispielhafte - Kosten der PV-Anlage pro kWp: 1.700 Euro
Anlegbare Kosten des Speichers: 19.500 Euro – 8.500 Euro = 11.000 Euro

II. Fördersatz für Speicher pro kWp:
11.000 Euro / 5 (kWp) x 0,3 = 660 Euro.
Förderhöhe eigentlich 660 Euro, gefördert werden jedoch maximal 600 Euro je kWp bei einer Gesamtinvestition inkl. Photovoltaik.

III. Anlagengröße: 5 kWp, Förderung je kWp: 600 Euro
5 (kWp) x 600 Euro = 3.000 Euro Speicher-Zuschuss vom Staat

Beispiel B:
Nachrüstung 4 kWp-Photovoltaik-An


lage und Blei-Batteriesystem mit 3,3 kWh

nutzbarer Kapazität

I. Kosten für Speichersystem: 6.000 Euro, Anlagengröße: 4 kWp
6.000 Euro / 4 (kWp) x 0,3 = 450
Gefördert werden bei einer Speicher-Nachrüstung maximal 660 Euro je kWp, die hier
nicht voll ausgeschöpft werden.

II. Anlagengröße 4 kWp, Förderung je kWp: 450 Euro
4 (kWp) x 450 Euro = 1.800 Euro Speicher-Zuschuss vom Staat

Voraussetzungen für die Förderung

Batteriespeicher entlasten die Stromnetze. Durch die Speicherung wird mehr selbst erzeugter Solarstrom direkt vor Ort verbraucht und weniger über die öffentlichen Stromleitungen transportiert werden. Damit sich dieser Vorteil fürs Stromnetz voll entfalten kann, beabsichtigt der Gesetzgeber zwei Förderbedingungen zu stellen:

I. Der Betreiber der Photovoltaik-Anlage verpflichtet sich, die Einspeiseleistung seiner Solarstrom-Anlage auf 60 Prozent der Wechselrichterleistung zu reduzieren.
Beispiel:
Bei einer Photovoltaik-Anlage ist der Wechselrichter auf eine Leistung von 10 Kilowatt ausgelegt, dann können maximal 6 Kilowatt in das Stromnetz eingespeist werden. Der restliche Strom ist natürlich nicht verloren. Er kann direkt selbst verbraucht oder mithilfe des Speichers für den späteren Verbrauch zwischengelagert werden.

II. Um eine hohe Qualität und Lebensdauer der Speicher sicherzustellen, werden nur Speichersysteme gefördert, für die der Hersteller eine 7-jährige Zeitwertgarantie mitliefert. Das heißt, dass der Anlagen-Betreiber bei Eintreten eines Defekts innerhalb der ersten sieben Jahre den jeweiligen Zeitwert der Batterie ersetzt bekommt.

ACHTUNG: Der BSW-Solar hat in diesem Papier nur den aktuellen Planungsstand wiedergegeben, wie er ihm am 5.2.2013 bekannt war. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich noch Änderungen an Eckpunkten und Konditionen des Förderprogramms ergeben könnten und ergänzende Ausführungsbestimmungen erlassen werden. Das Förderprogramm steht zudem noch unter Finanzierungsvorbehalt. Wir bitten aus Kapazitätsgründen von individuellen telefonischen Nachfragen in der BSW-Geschäftsstelle abzusehen. Der BSW-Solar wird seine Mitglieder über alle relevanten weiteren Entwicklungen rechtzeitig über den Mitgliedernewsletter
BSW-Intern informieren.

Quelle: BSW